Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB)

Gültig ab: 01.01.2026

1. Geltungsbereich und Anwendbarkeit

Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen regeln die Rechte und Pflichten zwischen dem Anbieter psychosozialer Beratung (nachfolgend „Berater“) und den in Anspruch nehmenden Personen (nachfolgend „Klient:in“ oder „Auftraggeber:in“).

Die Beratungsleistungen werden auf Basis dieser AGB in ihrer jeweils gültigen Fassung erbracht. Eine stillschweigende Geltung abweichender Bedingungen wird ausgeschlossen.

2. Leistungsbild und Beratungsauftrag

2.1 Beratungsumfang

Der Anbieter bietet psychosoziale Beratung und Lebensberatung an. Diese umfasst persönliche, partnerschaftliche, familiäre, berufliche und soziale Themenfelder sowie kriseninterventive Maßnahmen im Sinne der österreichischen Lebens- und Sozialberatungs-Verordnung (LSB-VO, BGBl. 140/2003 idF BGBl. 112/2006).

2.2 Auftragsklärung

Die Inhalte und gegebenenfalls Ziele der Beratung werden zwischen Berater und Klient:in im Rahmen einer gemeinsamen Auftragsklärung zu Beginn der Zusammenarbeit festgelegt. Das konkrete Beratungsziel wird regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst.

2.3 Grenzen der Leistung

Die Beratung ersetzt keine Psychotherapie, ärztliche oder klinisch-psychologische Behandlung. Sie kann bei schwerwiegenden psychischen Erkrankungen, akuten Krisen oder Suizidalität keine ausreichende Unterstützung bieten. In solchen Fällen wird eine Weitervermittlung zu geeigneten Fachpersonen oder Einrichtungen vorgenommen.

3. Qualifikation und berufliche Anforderungen

3.1 Qualifikation der Berater

Der Anbieter ist gemäß Lebens- und Sozialberatungs-Verordnung (LSB-VO) zur Ausübung dieses Gewerbes berechtigt und weist folgende Qualifikationen nach:

  • Abschluss einer anerkannten Ausbildung zur Lebens- und Sozialberatung oder
  • Nachweis gleichwertiger Qualifikationen gemäß § 1 LSB-VO
  • Regelmäßige Teilnahme an Weiterbildungsveranstaltungen (mind. 16 Stunden pro Jahr)
  • Absolvierung von Supervision und Selbsterfahrung

3.2 Fortbildung und Supervision

Der Berater verpflichtet sich zur kontinuierlichen beruflichen Weiterbildung und regelmäßigen Supervision, um eine hochwertige Beratungsqualität zu gewährleisten.

4. Rechte und Pflichten der Klient:in

4.1 Mitarbeit und Eigenverantwortung

Die Wirksamkeit der Beratung setzt die aktive Mitarbeit, Offenheit und Bereitschaft zur Veränderung durch die Klient:in voraus. Die Klient:in trägt Eigenverantwortung für die eigenen Handlungen und Entscheidungen.

4.2 Physische und psychische Gesundheit

Die Klient:in ist für ihre/seine physische und psychische Gesundheit sowie das eigene Wohlbefinden während des gesamten Beratungsprozesses selbst verantwortlich. Alle Maßnahmen und Handlungen, die die Klient:in aufgrund des Beratungsprozesses ergreift, liegen in ihrem/seinem Verantwortungsbereich.

4.3 Offenlegung relevanter Informationen

Die Klient:in verpflichtet sich, den Berater vor Beginn der Beratung über folgende Punkte zu informieren:

  • Diagnostizierte psychische oder physische Erkrankungen
  • Gegenwärtig laufende medizinische, psychotherapeutische oder psychiatrische Behandlungen
  • Einnahme von Psychopharmaka oder relevanten Medikamenten
  • Akute Krisen, Suizidgedanken oder selbstverletzendes Verhalten
  • Weitere Beratungen oder therapeutische Unterstützungen parallel zur aktuellen Beratung

Diese Informationen sind erforderlich, um die Eignung und Sicherheit des Beratungsprozesses zu gewährleisten.

4.4 Verhaltenserwartungen

Die Klient:in verpflichtet sich zu:

  • Pünktlichem Erscheinen zu vereinbarten Terminen
  • Respektvollem und achtsamen Umgang mit dem Berater und etwaigen Mitarbeiter:innen
  • Einhalten von vertraulichen Informationen des Berater und anderer Klient:innen
  • Mitteilung von Absagen bei Verhinderung so früh wie möglich

5. Rechte und Pflichten des Beraters

5.1 Leistungsverantwortung

Der Berater ist für die fachgerechte Gestaltung des Beratungsprozesses und die geeignete Wahl der Methoden verantwortlich. Er kommuniziert sein Handeln der Klient:in in verständlichen Worten und nachvollziehbar.

5.2 Sorgfaltspflicht

Der Berater gestaltet den Beratungsprozess mit der erforderlichen Sorgfalt eines ordentlichen Lebens- und Sozialberaters. Sie arbeitet nach anerkannten fachlichen Standards und berufsethischen Richtlinien.

5.3 Verschwiegenheitspflicht und Vertrauensschutz

Der Berater unterliegt einer umfassenden Verschwiegenheitspflicht. Alle während der Beratung mitgeteilten Informationen werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben, außer wenn:

  • Die Klient:in schriftlich einwilligt
  • Gesetzliche Meldepflichten bestehen (z.B. bei Verdacht von Kindeswohlgefährdung gemäß Kinder- und Jugendhilfegesetz)
  • Eine Fremdgefährdung oder akute Selbstgefährdung vorliegt
  • Eine Weitervermittlung zu anderen Fachpersonen notwendig und angemessen ist

5.4 Grenzen der Beratung

Der Berater behält sich das Recht vor, eine Beratung abzubrechen oder eine Zusammenarbeit zu beenden, wenn:

  • Die Klient:in die Auftragsklärung nicht erfüllt oder nicht erfüllen kann
  • Die Beratungsziele nicht realistisch erreichbar sind
  • Ein Vertrauensverhältnis nicht mehr gegeben ist
  • Die Klient:in sich grob respektlos verhält oder andere gefährdet
  • Eine Diagnose bekannt wird, für die Beratung nicht geeignet ist

In solchen Fällen erfolgt eine achtsame Beendigung und angemessene Weitervermittlung.

6. Gebühren und Zahlungsbedingungen

6.1 Tarifsatz

Die Gebühr für eine Beratungseinheit beträgt: ab € 85,00. Eine Beratungseinheit dauert in der Regel 50–60 Minuten.

6.2 Zusatzleistungen

Für folgende Leistungen können abweichende Gebühren anfallen:

  • Schriftliche Berichte oder Stellungnahmen
  • Beratung außerhalb der regulären Öffnungszeiten
  • Online-Beratung
  • Gruppenveranstaltungen, Workshops oder Vorträge: ab € 135,00/Std.

6.3 Zahlungsweise

Die Bezahlung erfolgt:

  • Bar oder Überweisung
  • Fällig ist die Gebühr nach Rechnungslegung, bzw. am Ende jeder Sitzung

6.4 Stornogebühren und Abmeldungen

  • Absagen bis 48 Stunden vor dem Termin: kostenlos
  • Absagen weniger als 48 Stunden vor dem Termin: Volle Gebühr wird berechnet
  • Nichterscheinen ohne Abmeldung: Volle Gebühr wird berechnet
  • Zu spät kommende Klient:innen: Die Beratungseinheit wird zum vollen Preis berechnet; eine Verlängerung findet nicht statt

Diese Regelung kann im Einzelfall durch schriftliche Vereinbarung ausgeschlossen oder angepasst werden.

6.5 Rechnungsstellung

Rechnungen werden nach jeder Sitzung ausgestellt und müssen binnen 7 Tage bezahlt sein.

7. Datenschutz und Datensicherheit

7.1 Rechtsgrundlagen

Die Verarbeitung personenbezogener Daten erfolgt gemäß:

  • EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)
  • Österreichisches Datenschutzgesetz (DSG)
  • Psychologengesetz 2013 (für psychologische Dokumentation: § 35 PG)
  • Lebens- und Sozialberatungs-Verordnung (LSB-VO)

7.2 Verarbeitete Daten

Folgende personenbezogene Daten werden verarbeitet und gespeichert:

  • Personenstammdaten: Name, Geschlecht, Geburtsdatum, Kontaktdaten (Adresse, Telefon, E-Mail)
  • Gesundheitsdaten: Diagnosen, Anamnese, relevante Krankheitsgeschichte
  • Beratungsdokumentation: Beratungsnotizen, Fortschritte, Ziele, Vereinbarungen
  • Abrechnungsdaten: Rechnungsadresse, Zahlungsinformationen

7.3 Speicherdauer

Personenbezogene Daten werden gespeichert:

  • Während des aktiven Beratungsverhältnisses und
  • Für 10 Jahre nach Beendigung der Beratung, zur Erfüllung rechtlicher und dokumentarischer Anforderungen

Nach Ablauf dieser Frist werden Daten gelöscht oder anonymisiert, außer wenn:

  • Gesetzliche Aufbewahrungspflichten bestehen
  • Die Klient:in in längere Speicherung einwilligt
  • Daten für Rechtsstreitigkeiten erforderlich sind

7.4 Datensicherheit

Der Berater verpflichtet sich zu angemessenen technischen und organisatorischen Maßnahmen zum Schutz vor Datenverlust, unbefugtem Zugriff und unbeabsichtigter Verarbeitung, insbesondere:

  • Verschlüsselte Datenspeicherung und Datenübertragung (bei Online-Beratung)
  • Passwortgeschützte Zugänge und regelmäßige Sicherungskopien
  • Geschlossene Lagerung von Papierakten
  • Schulung von Mitarbeiter:innen zu Datenschutz
  • Abschluss von Verträgen zur Auftragsverarbeitung (falls Dritte mit Daten arbeiten)

7.5 Betroffenenrechte

Die Klient:in hat folgende Rechte:

  • Auskunftsrecht (Art. 15 DSGVO): Welche Daten werden verarbeitet
  • Berichtigungsrecht (Art. 16 DSGVO): Korrektur falscher Daten
  • Recht auf Löschung (Art. 17 DSGVO): „Recht auf Vergessenwerden“ (mit Ausnahmen)
  • Recht auf Datenportabilität (Art. 20 DSGVO): Erhalt der Daten in strukturierter Form
  • Widerspruchsrecht (Art. 21 DSGVO): Einspruch gegen Datenverarbeitung
  • Recht auf Einschränkung (Art. 18 DSGVO): Verarbeitung begrenzen

Anträge zur Ausübung dieser Rechte sind schriftlich an den Berater zu richten.

7.6 Datenschutzbeschwerde

Bei Verstoßen gegen Datenschutzbestimmungen kann eine Beschwerde bei der Österreichischen Datenschutzbehörde eingereicht werden:

Barichgasse 40–42
1030 Wien
Telefon: +43 (0) 1 52 152-0
E-Mail: dsb@dsb.gv.at
Website: www.dsb.gv.at

8. Haftungsausschluss und Haftungsbeschränkung

8.1 Haftungsbeschränkung

Die Haftung des Beraters ist auf Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit beschränkt. Eine Haftung für Folgeschäden, entgangenen Gewinn oder mittelbare Schäden ist ausgeschlossen, mit Ausnahme von Personenschäden.

8.2 Beratung kein Garant für Erfolg

Der Berater garantiert nicht, dass die Beratung zu spezifischen Ergebnissen oder Verbesserungen führt. Beratungserfolg hängt von vielen Faktoren ab, insbesondere von der aktiven Mitarbeit und der Bereitschaft der Klient:in zur Veränderung.

8.3 Selbstverschuldete Schäden

Schäden, die durch Nicht-Befolgen von Ratschlägen oder Grenzüberschreitungen der Klient:in entstehen, liegen in deren Eigenverantwortung. Der Berater kann nicht haftbar gemacht werden.

9. Besonderheiten bei Online-Beratung

Falls Beratung online (per Telefon, Videokonferenz, E-Mail) angeboten wird:

9.1 Technische Anforderungen

  • Die Klient:in benötigt einen ruhigen, privaten Ort für die Beratung
  • Stabile Internetverbindung und funktionierendes Endgerät sind erforderlich
  • Technische Probleme können zu Terminverschiebungen führen

9.2 Datensicherheit bei Online-Beratung

  • Kommunikation erfolgt über verschlüsselte Verbindungen [z.B. Zoom mit Verschlüsselung, Signal, Jitsi, etc.]
  • Datenspeicherung auf österreichischen oder EU-konformen Servern
  • Kein Speichern von Aufnahmen ohne explizite schriftliche Zustimmung

9.3 Vertraulichkeit beim Remote-Setting

Die Klient:in verpflichtet sich sicherzustellen, dass:

  • Dritte den Beratungstermin nicht überwachen können
  • Der Ort und die Technik vertraulich ist
  • Bildschirminhalte für Unbeteiligte nicht sichtbar sind

10. Kündigung und Beendigung der Beratung

10.1 Kündigung durch die Klient:in

Die Klient:in kann die Beratung jederzeit beenden. Eine schriftliche Mitteilung ist empfohlen, um offene finanzielle Angelegenheiten zu regeln.

10.2 Kündigung durch den Berater

Der Berater kann die Beratung mit einer Frist von zwei Wochen schriftlich beenden, wenn:

  • Eine konstruktive Zusammenarbeit nicht mehr möglich ist
  • Die Beratungsziele nicht erreichbar sind
  • Die Klient:in die Vereinbarungen wiederholt nicht einhält
  • Ein Vertrauensverhältnis nicht mehr gegeben ist

10.3 Beendigungsgespräch

Eine rücksichtsvolle Beendigung wird angestrebt. Ein abschließendes Gespräch wird empfohlen, um Prozess und Fortschritte zu reflektieren und bei Bedarf an andere Fachpersonen zu vermitteln.

10.4 Weitergabe von Unterlagen

Nach Beendigung können Klient:innen die eigenen Beratungsunterlagen anfordern, soweit dies datenschutzrechtlich und dokumentarisch zulässig ist. Eine Kopie wird gegen Kostenbeteiligung zur Verfügung gestellt.

11. Beschwerde- und Reklamationsverlauf

11.1 Beschwerdeverfahren

Sollte die Klient:in mit der Beratung unzufrieden sein, wird folgendes Verfahren empfohlen:

  1. Offenes Gespräch: Probleme werden zuerst direkt mit dem Berater besprochen
  2. Schriftliche Beschwerde: Falls notwendig, kann eine schriftliche Beschwerde eingereicht werden
  3. Stellungnahme: Der Berater gibt innerhalb von 10 Arbeitstagen eine Stellungnahme ab
  4. Vermittlung: Bei Bedarf kann eine neutrale Vermittlungsperson hinzugezogen werden

11.2 Beschwerde bei Behörden

Beschwerden über die Berufsausübung können an folgende Stellen gerichtet werden:

  • Wirtschaftskammer Österreich (WKO) – zuständige Stelle für Lebens- und Sozialberatung
  • Österreichische Datenschutzbehörde – für Datenschutzverletzungen
  • Ombudsstelle – für allgemeine Beschwerden (falls vorhanden)

12. Vergütung und steuerliche Informationen

12.1 Rechnungsausweis

Der Berater ist nicht umsatzsteuerpflichtig. Rechnungen enthalten alle erforderlichen Angaben gemäß Umsatzsteuergesetz.

12.2 Beweissicherung

Die Klient:in erhält eine Quittung oder Rechnung für jede geleistete Beratungseinheit.

13. Schlussbestimmungen

13.1 Änderungen der AGB

Der Berater behält sich vor, diese AGB anzupassen. Änderungen werden der Klient:in schriftlich mitgeteilt. Wesentliche Änderungen ermöglichen der Klient:in, die Beratung zu beenden, ohne Konsequenzen zu tragen.

13.2 Salvatorische Klausel

Sollte eine Bestimmung dieser AGB ungültig sein, bleibt der Gültigkeitsumfang der übrigen Bestimmungen erhalten.

13.3 Gerichtsstand und anwendbares Recht

  • Anwendbares Recht: Österreichisches Recht (besonders: LSB-VO, DSGVO, DSG)
  • Gerichtsstand: Zuständige Gerichte gemäß Gerichtsstandsgesetz, üblicherweise dort, wo die Beratung angeboten wird

13.4 Salvatorische Klausel

Falls einzelne Bestimmungen dieser AGB nicht mehr gelten sollten, bleiben alle übrigen Bestimmungen in Kraft.

14. Kontakt und Informationen

Berater: Marcel Dogar
Uferstraße 2, 8076 Vasoldsberg
+43 660 3029044
md@newhope.at
newhope.at
Öffnungszeiten: nach Vereinbarung

Bestätigung

Durch Inanspruchnahme der Beratungsleistungen erkennt die Klient:in diese AGB an und bestätigt, dass sie gelesen und verstanden wurden.